Die Wellenlagerung ist ein fundamentales Element im Maschinenbau, das die Effizienz und Langlebigkeit rotierender Systeme maßgeblich beeinflusst. Entdecken Sie die wichtigsten Aspekte dieser unverzichtbaren Technologie und erfahren Sie, wie verschiedene Lagerungskonzepte optimal eingesetzt werden.
Grundlagen der Wellenlagerung
Die Wellenlagerung erfüllt mehrere entscheidende Aufgaben in der Konstruktionstechnik. Zu den grundlegenden Funktionen gehören:
- präzise Führung der Welle in ihrer Position
- Ermöglichung einer reibungsarmen Rotation
- Aufnahme und Übertragung radialer und axialer Kräfte
- Ausgleich der Wellenbiegung durch flexible Lagerungskomponenten
- kontrollierte Verformung bei Belastung ohne Schäden
Was ist Wellenlagerung?
Wellenlagerung ist ein technisches System zur Unterstützung und Führung rotierender Wellen. Sie findet Anwendung in:
- Elektromotoren
- Getrieben und Pumpen
- Industrieanlagen
- Windkraftwerken
- Präzisionsmaschinen
Wälzlager: Die Basis der Wellenlagerung
Wälzlager bestehen aus drei Hauptkomponenten:
- Innenring
- Außenring
- Wälzkörper (als Kugeln, Rollen, Nadeln oder Kegel)
Arten von Wellenlagerungen
Die Wahl der richtigen Lagerungsart ist entscheidend für die Systemeffizienz. Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwischen verschiedenen Haupttypen:
| Lagerungsart | Eigenschaften | Einsatzbereich |
|---|---|---|
| Festlager | Aufnahme axialer und radialer Kräfte | Hauptlagerung in Maschinen |
| Loslager | Nur radiale Kraftaufnahme, axiale Bewegung möglich | Wärmedehnungsausgleich |
| Schwimmende Lagerung | Axiale Bewegung in beide Richtungen | Thermische Längenänderungen |
| Angestellte Lagerung | Definiertes Axialspiel oder Vorspannung | Präzisionsanwendungen |
Festlager und Loslager: Unterschiede und Anwendungen
Festlager übernehmen die axiale Führung und Kraftübertragung, während Loslager ausschließlich radiale Kräfte aufnehmen. Diese Kombination ermöglicht eine optimale Lastverteilung und verhindert Axialverspannungen im System.
Schwimmende und angestellte Lagerung
Die schwimmende Lagerung eignet sich besonders für thermische Längenänderungen, während die angestellte Lagerung höchste Präzision bei der Wellenführung gewährleistet. Für die schwimmende Lagerung kommen hauptsächlich Zylinderrollenlager und Rillenkugellager zum Einsatz.
Typische Lagerarten in der Wellenlagerung
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Die Auswahl der Lagerart basiert auf spezifischen Anforderungen bezüglich Belastbarkeit, Führungsgenauigkeit und Montageflexibilität. Dabei kommen verschiedene Kombinationen aus Axial- und Radiallagern zum Einsatz, die je nach Anwendungsfall optimal aufeinander abgestimmt werden.
Typische Lagerarten in der Wellenlagerung
Schrägkugellager und Kegelrollenlager
Schrägkugellager zeichnen sich durch ihre schräg angeordnete Kugelbahn aus und bieten folgende Eigenschaften:
- Aufnahme radialer und axialer Kräfte
- Verfügbarkeit in einreihigen (Serie 72, 73) und zweireihigen (Serie 52/32, 53) Ausführungen
- Spezielle Edelstahlvarianten für besondere Einsatzgebiete
- Benötigen konstruktionsbedingt definiertes Axialspiel oder Vorspannung
Kegelrollenlager bieten durch ihre konischen Rollkörper zusätzliche Vorteile:
- Höhere Tragfähigkeit bei kombinierten Belastungen
- Aufnahme erheblicher axialer Kräfte in eine Richtung
- Eignung für hohe Geschwindigkeiten und Belastungen
- Haupteinsatzgebiete in Getrieben, Radlagerungen und Industriemaschinen
Rillenkugellager und Zylinderrollenlager
| Lagertyp | Eigenschaften | Einsatzgebiete |
|---|---|---|
| Rillenkugellager | Vielseitig einsetzbar, spielregulierbar, verschiedene Ausführungen | Schwimmende und angestellte Lagerungen |
| Zylinderrollenlager | Hohe radiale Tragfähigkeit, axiale Verschiebbarkeit | Elektromotoren, Getriebe, Industrieanlagen |
Pendelrollenlager: Einsatzgebiete und Vorteile
Pendelrollenlager zeichnen sich durch ihre selbstausrichtende Eigenschaft aus und bieten folgende Vorteile:
- Ausgleich von Winkelversätzen und Wellendurchbiegungen
- Außergewöhnlich hohe radiale Lastaufnahme
- Effektive Kompensation von Wellenbiegungen
- Axiale Beweglichkeit in beide Richtungen bei schwimmenden Lagerungen
- Robuste Konstruktion mit tonnenförmigen Rollkörpern
Haupteinsatzgebiete sind:
- Walzwerke
- Papiermaschinen
- Getriebe großer Windkraftanlagen
- Bergbauausrüstung
- Schwere Industrieanwendungen


